Montag, 26. April 2010

Samstag - Tag 3 (TableMountain - Waterfront)

Table Mountain ist heute angesagt.
Wir treffen uns morgens um halb zehn bei einer Zugstation. Von hier aus fahren wir mit dem Taxibus nach Cape Town Center. Weiter geht's mit einem gecharterten Bus bis zur Talstation vom Cableway. Von uns drei sind nicht alles begeisterte Berggänger, also entschliessen wir uns, die Seilbahn zu nehmen. Table Mountain ein imposanter, flachgewalzer Berg von 1060 m Höhe mitten in der Stadt. Für fahren mit einer sich inwendig drehenden Seilbahn bis nach oben. Die Aussicht ist herrlich. Der Blick schweift über die ganze Stadt Cape Town bis zum Cap der guten Hoffnung (ok ist ein Joke). Die Vegetation ist ziemlich karg, der Boden felsig und alles ist ausgetrocknet.
Eigentlich auch kein Kunststück bei dieser Hitze. Heute mittag zeigt das Thermometer wohl gegen 25°. Wunderbares Wetter, keine Wolken am Himmer und auch kein Lüftchen weht heute - einfach traumhaft.
Nach einem Rundgang über einen Teil des Tafelberges fahren wir wieder runter und entschliessen und (2:1) den restlichen Weg runter in die Stadt zu Fuss zu gehen. Es wird warm und wir müssen der Strasse entlang gehen, einen Wanderweg haben wir nicht gefunden. Der Entschluss, zu Fuss zur Waterfront zu wandern wird bald aufgrund der Hitze hinterfragt. Aber weiter gehts - keine Blösse zeigen. Wir erreichen die Stadt und dann auch mal die Long St. Eine wunderbare Strasse, viele kleinere Läden und Cafès laden zum Verweilen ein. Die Häuser sind zum Teil noch im Kolonialstil erhalten oder auch nachgebaut. Eine interessante Strasse. Hier soll sich auch ein Teil des Nachtlebens von Cape Town abspielen. Aber im Moment ist davon gar nichts zu sehen.
Am Ende der Long St wird dann doch noch ein Taxibus angehalten, der uns dann etwas schneller zur Waterfront bringt.

Diese Taxibusse sind eine interessante und witzige Sache. Davon gibts eine Menge in der Stadt, die fahren hupend die Strassen rauf und runter und sammeln die Leute auf der Strasse auf, die gerade mal mitfahren wollen. Irgendwo, nach Wunsch der Fahrgäste, dürfen diese dann wieder aussteigen. Die Kosten für eine Fahrt sind bescheiden und bewegen sich zwischen 3.5 bis 5 Rand, umgerechnet also 50 bis 70 Rappen. Diese Taxis befördern bis zu 12/13 Personen hinten und 2 vorne. Es wird eng, wenn sie gefüllt sind. Das Geld wird während der Fahrt eingesammelt. Wird das Taxi von Anfang an gefüllt, so wird das Geld durch einen Fahrgast pro Sitzreihe eingezogen und über die nächste Reihe mit der Angabe der zahlenden Gäste weitergereicht. Dies bis das gesamte Geld vorne eintrifft. Muss Rückgeld gegeben werden, so kommt dieses auf dieselbe Weise wieder zurück. Wer Rückgeld benötigt, nimmt sich seinen Teil und reicht den Rest weiter. Und das Ganze funktioniert.

Die Waterfront ist ein Einkaufscenter und eine Menge Cafés und Läden rund um das Hafenbecken. Livemusik und Darbietungen an jeder Ecke. Die Häuser sind im alten Stil gehalten. Hier lässt es sich aushalten. Etwas am Hafen entlang flanieren, die Leute und Darbietungen beobachten, irgendwo was trinken - ein spezieller und wunderbarer Ort. Ich hoffe, ich bin nicht das letzte Mal hier.

Da das neue Fussballstadion auch in der Nähe ist, wollen wir noch einen Blick da drauf werfen. Vom Tafelberg haben wir es ja schon von oben betrachtet, jetzt fehlt uns noch der Blick von unten. Nach einen kurzen, ca. 10 minütigen Spaziergang sind wird dort. Leider kann es nicht von innen betrachtet werden. Aber es sieht doch ziemlich imposant aus. Vielleicht liegt ja mal der Besuch eines Fussballspiels drin.

Dann ist Zeit um nach Hause zu fahren. Mit dem Taxibus gehts zur Station und von dort mit dem Zug nach Hause. Da heute Samstag ist, fährt der auch nur alle halbe Stunde. Während wir nun so im Zug sitzen und warten kommen doch so 8 Händler vorbei und wollen irgendwelche Süssigkeiten, was Salziges oder ähnliches verkaufen. Ebenfalls ein klimpernder Blinder wird von einem Mädchen durch den Wagen gezogen und bettelt um ein Almosen.

Betteln und Strassenverkäufe von sackweise Früchten, Souveniers, Zeitungen, etc. direkt am Strassenrand oder mitten auf der Fahrbahn sind hier ganz normal. Meist werden diese Händler aber nicht beachtet und es stellt sich die Fragen, ob diese Art von Verkauf tatsächlich einträglich genug ist.

Im Laufe des späteren Abends fahren wir zu dritt noch in ein spezielles Restaurant und bestellen noch was feines zu essen. Wir essen typisch einheimisch in Woodstock, einem älteren, gut erhaltenen Quartier. Hier lohnt sich vermutlich mal ein Spaziergang bei Tag. Lorna ist unsere Chauffeurin und zeigt uns anschliessend noch die Stadt und wo die Clubs und sonstigen Ausgeh-Orte sind. Wir fahren durch die Long St. Hier ist allerdings knapp vor 12 noch nicht sehr viel Betrieb. Fahren am Parlamentsgebäude und weiteren interessanten und altehrwürdigen Gemäuern vorbei. Zurück ins Observatory-Gebiet. Dann wieder über diverse Umwege zurück nach Hause. Unterwegs möchte uns Lorna an diversen Clubs, Bars, etc. ausladen. Aber Junn und ich sind und bleiben seriös.

In diesem Restaurant zahlten wir für das Bier gerade mal 10 Rand (man rechne: der Kurs ist etwas 1:7). Auch das essen haben wir für rund 70 Rand erhalten und die Portionen waren grosszügig.

Lorna lässt sich das restliche Essen einpacken - für ihren nicht vorhandenen Dog. Als wir zu hause ankommen, ärgert sie sich gewaltig. Sie wollte den DogiBag einem Bettler überlassen und hat es vergessen.

Zu Hause werden noch Pläne für den morgigen Tag geschmiedet. Wir werden an eine der vielen Beach'es fahren und wollen ein Bad im wunderbar (hoffentlich) warmen Ozean nehmen!

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