Montag, 26. April 2010

Sonntag - Tag 4 (Beach)

Um zehn Uhr am Morgen klingelt der Wecker. Nur vom Lärm der nebenan liegenden Schule (wobei es aber eine Kirche sein soll) bin ich schon länger wach.
Eigentlich sollte hier die Kirchenglocke läuten. Ihr Gebimmel lässt sie sonntags jeweils eine Stunde lang ertönen. Heute ist das wohl vergessen gegangen, dafür feiert die Kirche in unglaublicher Lautstärke wohl den Feiertag vom Dienstag. Dies ab halb acht in der Früh und bis spätnachmittags.

Nun jedenfalls lässt sich der Tag geniessen. Es ist wunderbares Wetter und der erste Kaffee kann auf der Terrasse an der Sonne genossen werden. Heute solls 25° werden. Das Frühstück mit Toast, Würstchen, Bohnen, gebratenen Champion und Tomaten, Rührei und Toast sowie ein paar Früchten geniessen wir leider im Hause.

Also heute ist Beach angesagt.
Um halb zwölf gehts los. Ein Ticket für den Zug müssen wir ja nicht lösen, da die Schalter geschlossen sind, es keine Automaten gibt und scheinbar die Kontrolleure am Sonntag auch einen freien Tag geniessen und nicht arbeiten. Demzufolge ist der Sonntag offizieller Schwarzfahrer-Tag.
Aber oha - zu früh gefreut. Heut ist wohl eine Ausnahme oder die Stadt braucht Geld, denn die Bussen sollen recht hoch sein in dieser Stadt. Jedenfalls stehen da plötzlich eine ganze Menge Kontrolleure mit Polizeischutz im Wagen und wollen doch tatsächlich ein Ticket sehen. Gut, wir können noch eines im Zug lösen und zahlen die 8 Rand für die Strecke zum Beach. Dies sind ca. 8 Stationen.

Hier treffen wir uns mit Flawia und spazieren über den Strand. Es ist aber ziemlich windig und an ein Bad im Meer ist nicht zu denken. Das Wasser auch ziemlich kalt. Aber das ist soweit ja auch kein Problem. Es hat genügend Surfer oder eher solche, die es werden wollen, die sich im Wasser tummeln. Auch vereinzelt verirrt sich ein Schwimmer in die Fluten, einige nur in den Kleidern. Ob dies dann tatsächlich wärmer gibt, ich waage es zu bezweifeln. Seit Ende März ist der Strand nicht mehr öffentlich überwacht. Die Wachhäuschen sind nicht mehr besetzt.
Der Strand ist überzogen mit grösseren und kleineren Muscheln. Auch liegen viele braune Wasserpflanzen am Strand. Die sehen aus wie die Tentakeln eines Tintenfisches. Zum Teil sind die Stängel einige Meter lang bis dann die kurzen, palmenartig angeordneten Blätter daraus hervorwachsen. Ansonsten ist der Strand doch sehr sauber.

Nahe beim Strand wird ein Bazar oder Markt durchgeführt. Den angebotenen Dingen nach zu beurteilen ist dies eher ein Markt für die Einheimischen, bei uns würde dies wohl zum Teil unter Abfall laufen. Es wird aber auch Handgemachtes angeboten.

Weiter fahren wir mit dem Zug (immer noch offizieller Schwarzfahrer-Tag) an die Kalk-Bay. Ein kleiner interessanter Hafen mit vielen Einheimischen wie auch Touristen. Die Läden an der Strasse haben geöffnet. Frisch gefangene Fische werden gleich vor Ort ausgenommen und zubereitet. Es riecht nach Fish and Chips. Viele Fischer säumen die Bay und versuchen den Fang ihres Lebens zu machen.
Im Hafenbecken tummeln sich drei, vier Robben und freuen sich, wenn mal ein Brocken für sie abfällt.

Nach einem feinen Essen gehts dann schon zurück mit dem Zug. Der fährt am Sonntag nur jede Stunde. Aber man ist nie sicher, ob jetzt ein Zug dann kommt oder ob er gerade irgendwo 'Pause' macht. Wir haben Glück, etwas verspätet trifft er doch noch ein.
Auf jedem Bahnhof arbeiten drei bis vier Securities. Wobei arbeiten etwas hoch gegriffen ist. Sie liegen, stehen oder sitzen da und warten bis der Tag vorbei ist. Dank diesen Securities sind die Bahnhöfe allerdings sicher und werden auch nicht von Bettlern oder Pennern überlaufen. Die sind nicht auf Bahnhöfen zu finden. Insgesamt gesehen, sind diese Orte auch recht sauber gehalten.

Ein späterer Spaziergang durch die Stadt verrät, dass auch am Sonntag gearbeitet wird. Die Bauarbeiten an den Strassen bzw. Gehsteigen sind in vollem Gange. Bis zur WM sind es ja auch nur noch 47 Tage (oder so).

Abends ist ein Besuch in einem Jazz-Club angesagt. Hier tritt dann auch als Gast-Star die bekannte und einheimische Jazz-Sängerin Melanie Scholtz auf. Sie ist gerade von einer Tour in Brasilien zurückgekehrt.
Etwas nach Mitternacht treffen wir zu Hause ein.

Für morgen ist früh aufstehen angesagt, da ich jetzt unbedingt das Internet in der Schule nutzen muss. Diese öffnet aber auch erst um 08:00 Uhr.

2 Kommentare:

  1. Hi Silvan

    Wow, cooler Bericht!! Aber sag doch, wann lernst du denn Englisch bei all den Freizeitaktivitäten wie Zugfahren, fein Dinnieren, Jazz Konzert, wandern, beachen...das klingt mir mehr nach Ferienlager :-). Just kidding, enjoy every second and take care. Hope we get soon another story from the southern end of the world.

    We miss you,
    Sancho & your sister Yvonne

    AntwortenLöschen
  2. I miss you too !
    enjoy your holiday !

    AntwortenLöschen