Nach verlassen des Krüger Park gehts etwas schneller vorwärts wieder auf der normalen Strasse. Ein Mittaghalt und dann weiter zur Tierauffang- und Pflegestation. Hier werden wir aufgeklärt, dass auch ein Park wie z.B. der Krüger seine Nachteile für gewisse Tiere und Pflanzen hat. Dann ein Rundgang durch die Station und wir kommen in nächsten Kontakt mit den Cheetas, den Leoparden, den Adlern und Geiern. Auch die Wildhunde sind hier vertreten, sie gelten als sehr gefährliche Räuber. Die Hyäne sitzt hinter doppelten Maschendraht, da sie die Drähte scheinbar mühelos durchbeissen kann. Eine spannende und eindrückliche Führung ist es. Der Pfleger selbst musste übrigens 12 Tage im Krüger verbringen, bis er den ersten Leoparden sah. Wir haben in 2 Tagen gleich 2 gesehen. :-) Es gibt im Krüger rund 1000 Leoparden, die jeweils ihr eigenes Revier haben. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir dann das Culture-Village. Hier werden wir die Nacht in Hütten verbringen. Aber erst gibts eine kurze Einführung über den Bau des Village und warum dies genau gebaut wird, mit dem Baum in der Mitte, dem Willkommenstanz, der Küche, in die nur Frauen zugang haben und warum früher der die Männer mehrere Frauen heirateten. Eine kurze Demonstation, wie die Frauen das Mehl zubereiten und daraus den Brei machen und eine Führung durch das Dorf folgt darauf. Dann gehts zum Apéro und schon bald darauf zum tradionellen Nachtessen. Erst wird allen Gästen von den Frauen Wasser zum Händewaschen und anschliessend ein Teller gereicht. Die Frauen rutschen auf den Knien von einem zum andern. Dann gehts zum Essen fassen. Zwei Arten Brei - einer eher süss - eine Tomatensauce zwei Gemüsespeisen - eine Art Spinat und Kabis - sowie gebratenes Poulet. Bis auf den Brei sind alle Speisen kalt. Gegessen wird im mit den Fingern und dem Teller auf den Knien. Das Essen schmeckt hervorragend. Dann gehts zum Hände waschen und zurück zum Feuer, wo uns die männlichen Einheimischen Tänze vorführen und die Frauen im Hintergrund singen. Das den Tänzern nicht die Beine schmerzen ist erstaunlich, wie die mit den Füssen auf den Boden hämmern. Zu guter Letzt soll dann noch jedes anwesende Land etwas zum Besten geben. OK, ich versuche mein Bestes und versuche mich an den Text eines Mundart-Kinderliedes zu erinnern und plage die Ohren der Anwesenden mit meinem Gekrächzt. Dem Applaus zu urteilen sind alle froh, dass ich fertig bin - oder vermutlich daran, dass ich der einzige war, der etwas vortrug ;-) Nach einer geselligen Runde am Feuer gehts dann in die Hütten zum schlafen. Die Strohmatten wurden noch mit einer Matraze verstärkt, sodass wir doch etwas weicher liegen konnten. Danke! Um Mitternacht erwache ich und stelle fest, dass unsere Strohtüre verschoben ist. Na, vielleicht war mein Hüttengenosse ja noch draussen. Dann suche ich in meinem Gepäck nach meiner Lampe und als sich meine Augen einigermassen an die Dunkelheit gewohnt haben, merke ich, dass da was komisches vor mir ist. Ein Griff und rasch wieder zurück. Es ist weich - ein Tier? Dann spricht es zu mir. Uff - es war Jamaica, ein Sohn 'des Hauses'. Er erklärt mir, dass er sozusagen Security ist. Wir sind hier sehr nahe bei den Townships der nächsten Stadt und es verirren sich doch hin und wieder mal Bewohner hierher.
Danach ist an Schlaf nur noch schwer zu denken.
AuffangstationUndCultureVillage
Morgens um 5:30 klingelt der Wecker. In einer Stunde ist Abfahrt. Wir haben eine lange Reise zurück nach Johannesburg vor uns, insgesamt 600 km. Es ist auch kühl geworden. Wir fahren durch eine Schlucht in dem ca. 2000 m hohen Gebirge. Über die enge Strasse geht's dann weiter. Der plattenartige Aufbau der Tafelberge ist richtig schön sichtbar. Vorbei an Wasserfällen, am PayPoint erreichen wir die Passhöhe, machen Halt und geniessen die Aussicht.
Der Truck macht weiter Probleme, holprig gehts weiter, glücklicherweise meist abwärts. Vorbei an bunt blühenden Sträuchern und Kakteenpalmen, einer fantastischen Gebirgskette sowie kleineren Anbauflächen. Die rote Erde wird von Maschinen und Arbeitern bewirtschaftet. Die Hügel sind überzogen mit grünen Sträuchern, kleineren Bäumen durchmischt mit verschiedenartigen zum Teil meterhohen, blühenden Sukkulenten.
Wir treffen dann bei Dunkelheit in Johannesburg ein. Inzwischen haben wir noch den Truck gewechselt. Die ersten beiden steigen in einem Hotel ab, sie werden von allen beneidet, der Rest hat Zelte mit Bett reserviert. Ein Upgrade war leider nicht mehr möglich.
Wir beziehen unsere Zelte und machen uns frisch, dann gehts zum Restaurant und zum Nachtessen.
Abschied von den nächsten beiden, sie fliegen am Morgen früh nach Cape Town. Es bleiben noch vier, wir fliegen am Sonntag abend und nachts. Der Sonntag verbringen wir mit Nichtstun und Schreiben. Hier gibts kein Internet. Wir hoffen beizeiten zum Flughafen gebracht zu werden, damit wir noch in ein Internet Café kommen.
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