Montag, 10. Mai 2010

Freitag - Sonntag, Cape Town

Freitag ein normaler Schultag, aber halt der letzte Schultag der Woche.
Abends ist Ausgang angesagt. Mit dem letzten Zug um acht geht in die Stadt. Dann weiter zu Fuss ins 'Partyviertel'. Es wird getanzt und vernünftig getrunken bis in die frühen Morgenstunden. Dem Taxifahrer kurz den Weg erklären und schon liege ich noch kurz vor dem Morgengrauen im Bett :-). Die Taxifahrt kostete mehr als die Getränke am Abend. Nur anders als mit dem Taxi kommt man hier nicht nach Hause. Zu Fuss wär ich vermutlich zwei bis drei Stunden marschiert und vermutlich nicht heil zu hause angekommen. Dies wenigstens wenn man den Einheimischen glaubt.

Am Samstag spätestens um neun ist Tagwache. Die Township-Tour wurde leider mangels Teilnehmern abgesagt. Mit dieser Tour wäre ein Einblick ins 'andere' Cape Town möglich gewesen. Alleine da hin zu gehen, ist nicht so ratsam. Also lassen wir dies mal bleiben. Da wieder mal die Sonne scheint und ein warmer Tag bevorsteht, hetzen wir zum Bahnhof und ... warten erst mal, da der Zug nicht kommt. Also warten wir auf den nächsten, der dann hoffentlich 40 Minuten später auchfährt. Hier ist es durchaus möglich, dass mal einfach ein Zug nicht kommt. Tja, dann wartet man halt auf den nächsten. Es ist auch durchaus möglich, dass der Zug früher eintrifft und dann auch weiterfährt. Also sinnvollerweise immer genug früh auf dem Bahnsteig stehen. Wir fahren dann doch noch in die Stadt und besuchen ein paar Märkte, schauen uns noch ein paar Sehenwürdigkeiten an und  besuchen zu guter Letzt noch die Waterfront und trinken genüsslich ein Paulaner Weissbier im Biergarten. Die Waterfront ist ein lebhafter Ort, mit abwechslungsreichen Unterhaltungen durch einheimische Musiker oder Tänzer. Ein schöner Ort zum Verweilen. Nach einem Rundgang durch das riesige Shoppingcenter versuchen wir einen Taxibus zu erwischen. Wir quetschen uns noch zu den andern Personen ins Auto. Aber es wird nichts daraus. Der Keinbus springt nicht an. Also alle vierzehn Leute wieder raus und in den nächsten Bus rein. Dann gehts flott und unterhaltsam weiter. Der flotte junge Schwarze neben mir ist in eine Unterhaltung mit mir verwickelt ;-) - nur ich verstehe nur Bahnhof. OK, doch etwas mehr - ist nur ein kleiner Bahnhof! Dann an der Station angekommen müssen wir feststellen, dass wir den Zug um ein paar Minuten verpasst haben. Somit verbringen wir die nächste 3/4 Stunde mit Warten.
Abend gelüstet es nach währschaftem Fleisch. Schliesslich gab es diese Wochen nur Chicken auf alle erdenklichen Arten zubereitet und einmal ungeniessbare Bratwürste. Im Zug in die Stadt wird mein koreanischer Freund aufs übelste von einem betrunkenen Einheimischen beschimpft. Er wird alldings mit einem Chinesen verwechselt. Die Chinesen sind in dieser Stadt, bei einigen Einheimischen der Unterschicht nicht so gut angesehen. Dies hat scheinbar den Grund, dass die Chinesen geschäftstüchige Menschen sind und es z.T. auf Kosten anderer auf ein gutes Einkommen gebracht haben. Ähnlich den Juden bei uns. Nach dem Essen gehts noch kurz auf ein Gläschen ins Kubana und dann bereits wieder nach Hause.

Sonntags weckt um sieben die Musik, der Gesang der gegenüberliegenden Kirche wieder die ganze Nachbarschaft, oder zumindest mich. Aktuell regnet es nicht und so entschliesse ich mich wieder den Zug in Richtung Town zu nehmen und mir ein das 'Art-Museum' und ein bestimmtes Quartier namens Bo-Kaap anzuschauen. Mittags bin ich dann wieder zu Hause. Kaum bin ich da angekommen regnet es in Strömen. Auf den Strassen fliessen Bäche und es bilden sich kleine bis grössere Seen.
Wir fahren ins Shopping-Center. Unsere Host-Ma muss noch für das Muttertagsgericht was einkaufen. Die grossen ShoppingCenter sind hier die ganze Woche offen. Nur Alkoholische Getränke (Hochprozentiges, Wein und Bier) dürfen am Sonntag und abends ab ca. sieben nicht mehr verkauft werden. Darum sind diese Getränke immer in einem separaten Laden oder in einem abschliessbaren, vergitterten Separé zu holen.
Im Moment ist richtiges Aprilwetter hier - und dies im Herbst. Sonne, Regen, Windsböen wechseln sich ab.
Wir stellen auch fest, dass es doch langsam richtig kühl und frisch wird in dem Haus. Es wird langsam Zeit, die dicke Winterjacke aus dem Schrank zu nehmen und anzuziehen. Joon tut dies bereits ;-). Die Bettsocken für die Nacht sind auch schon bereit gelegt und die dritte Decke liegt griffbereit.

Abends geht dann wieder in den den Swinger-Club - immer noch ein Jazz-Club. Es ist Mothersday-Spezial. Die Musik ist gut, der Gaststar hat genügend Power um die kleine Anzahl an Zuhörern zu beeindrucken.

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