Sonntag, 16. Mai 2010

Samstag - Livingstone

Der Samstag morgen beginnt schon früh. Es war kühl in der Nacht und die dünne Decke gab nicht gerade sehr warm. Aber ich war dann doch zu faul, den Schlafsack auszupacken. Um zehn muss das Zelt geräumt sein, dann werd ich wohl noch nach Livingstone fahren müssen, um das Kitty für den Trip bereit zu haben. Die wollen doch tatsächlich Rand. Naja, wird ja wohl nicht so schwierig sein, Bankomaten gibts auch hier.
Nach einem kurzen Kaffee und nach dem eher mühsamen packen (ich hab mal wieder zu viel Gepäck oder die Tasche ist geschrumpft) gehts dann mit dem Taxi los. In Schritttempo über die holprige und mit vielen Schlaglöchern versehene Strasse. Für zwölf wird wieder die Rückfahrt mit dem Taxifahrer vereinbart. So hab ich Zeit, meine Wasser zu kaufen und rasch Geld zu holen.

Nur das Geld holen gestaltet sich schwieriger als geplant. Bei den verlässlichen Bankomaten zweier Banken ist es nicht möglich mit der Prepaid-MasterCard Geld zu beziehen. Mit der Visa gehts auch nur an einem Automaten, hier gibts aber keine Rand nur diese zambischen Dollar. Nach einer Odysee zwischen den Banken und Bankomaten entschliesse ich mich halt doch, die zambischen Dollars zu beziehen. Schnell umrechnen, und Geld raus lassen und ich bin Millionär. 1'500'000 zambische Dollar für ca. 1500 Rand für ungefähr 211 US Dollar und für fast 200 CHF. Nun gibts über der Strasse ein Wechselbüro, die können das ja wohl in Rand wechseln. Oder eben nicht. Sie haben keine Rand und empfehlen mir zur Post zu gehen. OK - die Post hat auch keine Rand und nur 100 US$. Also wieder zurück zum Wechselbüro und halt in US$ wechseln, die sind beliebter hier als die einheimische Währung und für den Touranbieter wohl auch. Gut, dann wir nun das Bündel Banknoten gegen US$ eingetauscht. Hab das Geld bekommen, obwohl ich den Pass nicht dabei hatte. Dann sehe ich gegenüber eine Bank, die geöffnet hat. Die werden wohl die US$ in Rand wechseln können. Die vielen Wechselbüros am Strassenrand übersehe und überhöre ich gefliessentlich. Aber lästig können die schon sein. Laufen einem doch die ganze Zeit hinterher. Bei der Bank erklärt mir der nette Typ, dass er erst die US$ in Zambische Dollar wechseln muss und dann in Rand. Na toll. Da machst wieder einen tollen Abschreiber. Nun dann, er beginnt zu rechen, mit Taschenrechner und Papier (also ich bin in einer Bank), ich muss mehrmals den Schalter wechseln, mich wieder mal hinsetzen und warten. Zu guter letzt kriege ich dann mein Geld, obwohl ich auch hier keinen Ausweis vorlegen kann.
Jedenfalls kann ich mich sicher fühlen. Auf einem Stuhl in einer Ecke sitzt eine Lady mit Uniform und einem Maschinengewehr auf den Knien. Der Zugang zur Bank ist auch nur über Vereinzelungsschleusen möglich.

Ein Blick auf die Uhr zeigt genau 5 nach 12. Also Zeit, den Taxifahrer zu treffen und zurück zur Lodge zu fahren. Um eins startet die Tour mit einem Info-Meeting.


Tja, nur weiss da niemand etwas von dieser Tour. 'Kann sein, dass sie Verspätung haben' - werde ich vertröstet. Ich esse nun noch kurz ein Sandwich. Gemäss Aussage des Receptionisten der Lodge bin ich der einzige, der sich nach dieser Tour erkundigt hat. Na toll!
Um eins ist niemenad da. Ich starte einen Rundgang durch das Gelände. Schaue mir die Häuser an und den Affen zu, wie sie sich durch die Bäume hangeln und schwingen.
Auch um zwei ist noch niemand da.

Dann endlich taucht der Rezeptionist auf und hat einen Mann im Schlepptau. Wunderbar, scheint ja doch zu klappen. Die Tour hat schon früher gestartet und es sind bereits 15 Teilnehmer dabei. Die besichtigen jetzt die Victoria-Falls. Ich werde hier aufgegabelt und weitere kommen dann noch dazu.
Morgen ist dann ein Tag zur freien Verfügung. Da ich gestern schon bei den Vic-Falls war, ist es heute nicht nötig da hin zu gehen. Für heute abend ist eine Sunrise Rivercrouse geplant. Für den morgigen Tag buche ich mir auch noch zwei Aktivitäten - Elefantenritt und Heliflug über die Vic-Falls. Mal schauen, ob ich tatsächlich was sehe.

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