Freitag, 7. Mai 2010

Donnerstag Tag 15


Der Donnerstag begann wieder mit klarerem Wetter. Während den Morgenstunden beginnt es dann richtig zu stürmen und ein kräftiger Regen setzt ein. Die vom Wind heruntergeblasenen trockenen Blätter verstopfen die Abflüsse und das Wasser findet nur noch den Weg auf der Strasse. Diese verwandeln sich beinahe in Bäche. Zum Teil sind die Bahnunterführungen überflutet und nicht mehr begehbar.

Ab mittags ist es dann wieder besser und am Nachmittag scheint dann schon wieder die Sonne, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Abwasser von den Dächern der Häuser werden hier nicht in die Kanalisation, den Untergrund geleitet sondern auf die Strassen, die Plätze oder den Gehsteig.

Beim nach Hause marschieren fällt mir erstmals auf, wie viele Abfallkübel in dieser Stadt stehen. Bei einer Strassenunterführung (4-spurig, 2 in jede Richtung) stehen mindestens acht von diesen grünen Behältern. Dann die Strasse nach der Unterführung dann jede 10 Meter ein neuer Kübel. Also man kanns ja auch übertreiben. Aber es erklärt, warum diese Stadt doch relativ sauber ist.
Ok, es stehen nicht gerade überall die Kübel in Massen. ;-)

Donnerstag, 6. Mai 2010

Montag - Mittwoch Tag 12 - 14

Regen in der Nacht von Montag auf Dienstag. Doch wenn ich das Haus verlasse - kein Regen. Sag ich doch - wenn Engel reisen ...
Da die Strassen aber noch nass sind und mein Bike kein Schutzblech aufweist, entschliesse ich mich zu Fuss zur Schule zu gehen.
Der Himmel ist bedeckt, es ist frisch draussen. Der Tafelberg ist jedenfalls nicht sichtbar. Dies ist dann auch der erste Tag und im Laufe des nachmittags beginnt es sogar zu regnen und eine starke Brise bläst. Gemäss unserer Lehrerin ist dies ein typischer Wintertag für Südafrika. Es ist schätzungsweise 18 Grad draussen. Im Gebäude ist es fast kälter.


Aber Not macht erfinderisch. Mein brasilianischer Klassenkollege André (wir sind am Nachmittag zu zweit in der Klasse) hat sich als Schutz gegen den Regen was Spezielles einfallen lassen: er stülpt sich einen scharzen dünnen Kehrichtsack über den Kopf und hat einzig für die Augen einen Schlitz ausgeschnitten. So läuft er durch die Kapstadter Strassen bzw. bis zum nächsten Taxibus.

Auf dem Nachhauseweg gehe ich in das nahe gelegene Einkaufszentrum Davendish. Ein riesiger Komplex mit scheinbar über 150 Läden, darunter auch grosse wie Woolworths und kleine wie Swatch. Es ist das Grösste der südlichen Hemisphäre.

Tja, als ich wieder aus dem Laden komme, regnet es und ein kräftiger Wind bläst. Wollen wir doch hoffen, dass der Regen dann mal aufhört und morgen wieder die Sonne scheint.


Auch der nächste Tag bringt nicht wirklich Sonne es regnet nicht mehr doch es bläst zeitweilig ein starker Wind. Trotzdem ist es warm - obwohl für hiessige Verhältnisse scheint es kalt zu sein. Auch für unseren koreanischen Klassenkameraden, der sitzt zusammengekauert mit einer dicken Daunenjacke ausgestattet und die Kaputze über den Kopf gezogen auf seinem Stuhl.
Der Mittwochnachmittag wird mit etwas shoppen verbracht, dann muss auch mal die Wäsche gewaschen werden. Dies aber erledigt die Wäscherei.



Heute ist Halbzeit. Traurig genug! Nur noch eine Woche Schule, dann gehts auf die Safari Tour. 

Ab Abend dann noch auf ein kurzes Bierchen in die Stadt. Der letzte Zug fährt um acht Richtung Cape Town. Die Stadt macht einen leeren Eindruck, kaum Menschen auf der Strasse. Ausgestorben - erinnert mich irgendwie an zu Hause ;-)
Zurück gehts dann mit dem Taxi.

Montag, 3. Mai 2010

Sonntag - Tag 11 (Cape of Good Hope)

Bin ja ehrlich froh, ist da nebenan eine Kirche, die bereits sonntag morgen um 06:30 mit lauter Pop-Musik die Leute in der Nachbarschaft weckt. Sonst hätt ich vermutlich verschlafen, hätte den Wecker nicht gehört und wäre nicht rechtzeitig aufgewacht und hätte dann zu guter Letzt noch die Abfahrt um 09:00 Uhr verpasst.



Nun jedenfalls war ich so zeitig unterwegs und war auch froh, hab ich mich entschlossen, das Bike zu nehmen. Ich hab den Treffpunkt nicht gefunden und musste mich bei etlichen Leuten erkunden, wo denn die entsprechende Strasse ist. Aber auch da war ich dann doch pünktlich, wenn auch verschwitzt angekommen. Ich wollte dann mein Bike draussen abgeschlossen stehen lassen, doch der Fahrer wollte es im Schulhof haben. Es sei halt nicht sicher hier. Da das Schultor verschlossen haben, bin ich über die Mauer geklettert, die oben mit diesen eckelhaften Spiessen versehen war. Das Bike haben wir dann sicher im Hof platziert. Nun denn, dann musste ich wieder aus dem Hof 'ausbrechen'. Das war leichter, als reinzukommen. Jedenfalls hab ich dann gemerkt, dass ich einen Finger aufgespiesst habe. Aber was soll's - alles halb so schlimm.

Beim nächsten Treffpunkt steigen noch ein paar Leute zu. Mit zwei Büsschen fahren wir durch die Stadt und Richtung Süden. Der erste Halt ist bereits oberhalb der Stadt auf dem Signal-Hill bzw. dem Lions-Head. Eine tolle Aussicht über Cape Town zu den Robben-Island, über das neue Wahrzeichen (das neue Fussballstadion) und rauf zum Tafelberg lassen einem Träumen. Robben-Island war bis 1996 ein Gefängnis. Hier sass auch Nelson Mandela seine Zeit ab, bis er dann Präsident wurde. Heute ist Robben-Island Weltkulturerbe und Museum und eine Besucherattraktion. Auch das Nachtessen in Form von ein paar Rebhühnern oä läuft einem über den Weg. Dann gehts weiter, alles der Atlantikküste entlang, vorbei an der Universtität, an der 28'000 Studenten studieren, am Castle of Good Hope, an wunderbaren Sandstränden. Wir kommen zu einem Hafen von Hout Bay ein und geniessen noch einen kurzen Rundgang, dann wird eingeschifft und wir sind auf dem Weg zum Seal-Island (offiziell: Duiker-Island). Diese aus dem Wasser ragende Steinmasse wird von Seehunden bewohnt. Einen angenehmen Duft hinterlassen diese Viecher jedenfalls nicht. Aber köstlich anzusehen, wie sie sich im Wasser tummeln oder auch nur auf dem Felsen chillen oder sich kratzen.

Über die Chapmans-Rode gehts dann weiter. Zwischendurch immer mal wieder ein Stopp um die Aussicht, die Natur zu geniessen. Auch die grösste Anthilopenart ist hier anzutreffen. Allerdings ist nur ein Blick von weitem möglich. Dann behindern die berühmt berüchtigten Baboons die Weiterfahrt. Baboons sind Bärenpaviane und vom Aussterben bedroht. Diese treten hier ziemlich frech auf. Man wird vor ihnen ständig gewarnt. In Good Hope Park eingetroffen, gehts erst mal zum Essen. Ich entschliesse mich erst für ein Sandwich, schliesslich will ich ja was sehen von dieser Ecke. Ich werd es später nicht bereuen. Es ist ziemlich windig hier und eine Jacke ist durchaus angebracht. Da sitze ich nun draussen und geniesse meinen Imbiss, das erste Sandwich für mich, das zweite für diese frechen Vögel. Hab gerade mein zweites Brötchen in der Hand, da kommt ein Vogel beflogen und reisst es mir buchstäblich aus der Hand. Sämtliche Vögel rundum sind dankbar und stürzen sich drauf. Ich steh ziemlich dumm da und frage mich, warum auf allen Schildern Baboons steht und nicht Birds. Das Cape of Good Hope mit seinem Strand wird von oben begutachtet, weiter gehts dann zum südlichsten Punkt zum Cape Point mit seinen zwei Leuchttürmen. Wobei nur noch der kleine ganz vorne an der Landspitze in Betrieb ist. Der grössere wird nicht mehr benutzt. Hier befindet sich heute die Global Atmosphere Watch Station. Der Weg zum Cape Point ist einfach aber mühsam wegen dem starken Wind. Hier windet es ständig. Teilweise muss man sich richtig gegen den frischen Wind lehnen um nicht weggeblasen zu werden. Die vegetation ist sehr grün, doch es wachsen hier nur Sträucher. Die müssen auch ziemlich zäh sein. Grössere Tiere leben hier nicht. Die Baboons sind wohl die grössten so weit südlich. Nur die lassen sich heute hier auch nicht blicken.

Dann noch ein Abstecher zu den Klippen runter vom Cape of Good Hope. Es ist Zeit für die Rückkehr. Die führt uns über Simonstown, wo eine Kolonie von Brillenpinguinen ihre Nester hat. Diese hausen in Höhlen, die sie in den sandigen Boden gegraben haben. Die Jungtiere sind jetzt schon etwas grösser, haben aber immer noch ihr graues flauschiges Fell.

Zurück bei der Schule gilt es dann noch das Bike aus dem Garten zu holen. Nur das Reinkommen in den Garten ist nicht so einfach. Beim Versuch die Mauer zu überwinden, dringt einer dieser ekelhaften Stachel recht tief in meinen Handballen. Seither schmerzt die Hand ziemlich stark. Aber wird schon wieder. Mit Hilfe von Fahrer, dem Bus und einigen Tourteilnehmern kriegen wir das Rad doch wieder aus dem Hof raus.
Wie rücksichtslos dann einige Autofahrer sein können, zeigt sich dann beim Heimfahren. Da kommt doch von hinten einer angeschossen und knallt seinen Aussenspiegel an mein Lenkrad. Der Aussenspiegel ist weg und weisst eine schöne Beule auf. Glücklicherweise hat es mir nichts gemacht, ich fahre immer noch. Doch der einheimische, mittelmässig pigmentierte Fahrer ist richtig wütend und will Schadenersatz.  Nicht mein Fehler, nicht mein Problem sag ich ihm und fahre weiter. Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen, mich zu stoppen halte ich dann doch mal an. Er ist nicht ruhiger geworden - komisch. Nachdem ich dann die Polizei ins Spiel gebracht habe ist er dann irgendwann davongebraust. Oder vielleicht war es auch der Mann auf der gegenüberliegenden Strassenseite, der das Ganze auf Film festgehalten hat. Wer weiss. Ich bin mir jetzt jedenfalls nicht sicher, ob jetzt die Hand von diesem eingedrungenen Stachel oder vom harten Schlag durch das Auto schmerzt. Jedenfalls werde ich wohl noch lange an beide Vorfälle erinnert.

Donnerstag - Samstag (Schule und Greenmarket Sq)

In der Nacht hat es geregnet, das erste Mal, seit ich jetzt hier bin. Am Morgen ist der Himmel wieder blau und es scheint die Sonne.

Donnerstag ist Schule angesagt. Am Mittag hab ich dann mal mein Bike erhalten, dass ich mir am Vortag für die nächsten zwei Wochen gemietet habe. Nun ja, es lässt ich fahren. Mit Spinnweben überzogen, die Räder mit nur sehr wenig Luft und das Vorderrad hat eine leichte acht. Ich kam ganz schön ins Schwitzen, bis ich dann zu Hause angekommen bin. Jedenfalls werde ich am nächsten Morgen die Räder mal mit frischer Luft versorgen. So hoffe ich, dass es dann besser geht.

Am Abend leisten wir uns wieder mal etwas Ausgang und genehmigen uns ein ganz grosses Bier im Springboek. Ein Pub auf zwei Räume verteilt wobei die beiden grossen Aussenräume nicht eingerechnet sind. Nun wir bleiben nur bis zehn, denn morgen ist Schule und wir sind seriös...

Freitag dann die Räder gepumpt oder besser sie wurden gepumpt. Hier wird man an der Tankstelle noch bedient und schon ziemlich schräg angeschaut, wenn man den Angestellten die Arbeit abnimmt.

Schule - Mikrowellen-Food - Schule.
Dann kann das Wochenende eingeläutet werden. Wir wollten ein südafrikanisches BBQ, ein sogenanntes xxx (kann den Namen nie behalten) veranstalten. Aber das Wetter meint es nicht so gut. Es weht eine Brise und es ist dann auch frisch geworden. Wir kaufen also nur was trinkbares und etwas zu knabbern für den Apéro, dann wollen wir ausgehen. Schlussendlich ist es dann doch so, dass wir zu hause bleiben, zu  fünft einen lustigen Abend verbringen und nochmals was zu essen und trinken einkaufen gehen. Das hier ständig der Fernseher angeschaltet sein muss, stört wohl nur mich. Aber je später der Abend, desto weniger macht es einem was aus.
Gegen drei stellen wir dann fest, dass es an der Zeit wäre, das Bett auf zu suchen bzw. sich auf den Heimweg zu machen. Flawia fährt mit dem Taxi, Jason übernachtet bei uns. Er kann nicht mehr in sein Haus, da im Laufe des Tages die Alarmanlage ausgewechselt wurde und er sich auch abgemeldet hat.
Das Sofa wird dann noch von der Tochter unserer Host-Ma belegt. Somit haben wir das kleine 4-Zimmer Häuschen auch gefüllt. Jedes Zimmer beherbergt 1-2 Personen.

Nach einer kurzen Nacht sind wir dann am Samstag wieder auf. Frisch geduscht und vom Frühstück gestärkt, geht es dann bereits weiter in die Stadt zum Greenmarket Sqare.
An der Ticketausgabe werden wir dann freundlich darauf hingewiesen, dass wir am Montag kein Monatsticket nur Wochentickets kaufen sollen. Das Zugspersonal habe vor zu streiken, allerdings wüssten sie noch nicht genau wann. Jedenfalls gut zu wissen.






Ein Markt mit vielen interessanten und handgemachten, afrikanischen Gegenständen, Kunstartikeln, etc. erwartet uns. Flawia kauft sich zum Abschied noch ein handgemaltes Bild und auch Joon kann nicht wiederstehen. Ich habs mir noch aufgeschoben ;-)

Wir spazieren durch den Markt, dann weiter durch den wunderbaren Ortsteil, zum Parlamentsgebäude und den Präsidenten-Wohnsitz. Dieser wird auch nur 6 Monate im Jahr bewohnt. Dann nämlich, wenn das Parlament auch in Cape Town tagt. Die andern 6 Monate im Jahr befindet sich das Parlament in der 2. Hauptstadt des Landes, in Pretoria. Das Houses of Parlament liegt direkt beim Company's-Garden. Hier laufen einem dauernd Eichhörnchen über den Weg. Diese sind auch gar nicht scheu. Es ist witzig, den kleinen putzigen Tierchen zu zu schauen, wie sie z.B. ihr Futter in der Erde vergraben, das Loch wieder schön zubuddeln und dann die Erde glatt streichen. Wenn die wüssten, dass sie bald wieder vergessen haben, wo sie das Nüsschen vergraben haben, würden sie sich diese Arbeit sparen.
Auch einige eigentümliche Vögel (es sind schon Flugtiere gemeint) sind hier unterwegs. Die sind dann aber nicht so leicht mit ein bisschen Fingerschnippen anzulocken. Sie gehen den Leuten eher aus dem Weg.
Mehrheitlich sind in diesem Garten Einheimische anzutreffen. Viele sonnen sich irgendwo in der Wiese liegend oder sitzend oder schlafen auch im Schatten.
Wieder einmal bin ich von der speziellen, betriebsamen und doch ruhigen Atmosphäre dieser Stadt beeindruckt. Hier lässt es sich aushalten.
Schade ist, dass das Iziko South African Museum & Planetarium sowie auch die Iziko National Art Gallery geschlossen haben. Nun, damit steht wohl fest, was am kommenden Mittwoch nachmittag auf dem Programm steht.

Nach einem kurzen Ruhe-Halt im Kaffee macht sich ein leichter Hunger bemerkbar. Wir fahren zurück zum Banana Jam und bestellen uns eine Pizza. Das Ding ist fast doppelt so gross wie in der Schweiz und eine Halbe hätte wohl für jeden von uns gereicht. Was übrig bleibt kommt in den Robid.. ähm Dogi-Bag. Dafür und weil Happy-Hour angesagt ist, genehmigen wir uns noch ein, zwei Cocktails und machen uns dann bei Einbruch der Dunkelheit auf den Heimweg.

Der Abend wird mit Hausaufgaben verbracht. Ausgang wird gestrichen und dafür wird geschlafen. Für morgen steht ja ein Ausflug zum Cape of Good Hope auf dem Programm.