Sonntag, 16. Mai 2010

Sonntag, 16.5.10 - Victoria-Fälle - Waterfront Lodge

Tagwache ist schon früh angesagt da der Ausflug zu und mit den Elefanten bereits um 06:15 startet. Auf der Fahrt zur nächsten Lodge kann ich die erste freilebende Giraffe beobachten.
Von unsrer Gruppe bin ich der einzige, der auf den Elefanten reiten will. Wir werden in den Nationalpark geführt und erhalten eine kurze Einführung. Dann gehts schon los zu den Elefanten. Es sind neun Elefanten mit je einem Führer und zu zweit werden die grauen Riesen bestiegen. Also insgesamt zu dritt auf jedem Elefanten. Wir werden begleitet den Jungen der Elefantenkühe. Diese werden ebenfalls trainiert. U.a. wird mit diesen Ritten der Unterhalt und die Sicherung des Nationalparks finanziert. Ebenfalls begleitet uns ein Guide mit seinem Gewehr. Eine Stunde dauert der Ritt durch den Park. Wir begegnen einigen Pavianen und einigen Antilopen, auch Vögel gibts bis zur Genüge zu betrachten.
Nach dem grossartigen Ritt dürfen diese noch gefüttert werden. Dann gehts weiter zum Frühstück in der Parklodge.

Dann müssen die ganzen Geräte noch aufgeladen werden. Dafür gibts auf dem Campground aber keine 'Zapfstelle', also nicht wie auf die Suche. Wär ja tragisch, wenn der Akku plötzlich leer wäre. Und die Gelegenheit muss genutzt werden, wenn es möglich ist. Wird ja nicht überall auf der Strecke die Möglichkeit bestehen, die diversen Akku zu laden.

Nachmittags ist ein Heliflug über den Sambesiriver und die Victoriafälle angesagt. Pünktlich stehe ich bereit aber niemand erscheint. Nach der freundlichen Unterstützung zweier Einheimischer kommt dann doch noch der Fahrer und bringt mich zum Landeplatz. Auf dem letzten Flug kann ich noch mit.

Eine grossartige Sicht bietet sich von oben. Das Fotografieren gestaltet sich in den engen Platzverhältnissen etwas schwierig, die Fenster spiegeln auch ständig die eigene Ansicht wieder. Aber was solls. Eine grandiose Sicht bietet sich über das Land und den River.

Samstag - Livingstone

Der Samstag morgen beginnt schon früh. Es war kühl in der Nacht und die dünne Decke gab nicht gerade sehr warm. Aber ich war dann doch zu faul, den Schlafsack auszupacken. Um zehn muss das Zelt geräumt sein, dann werd ich wohl noch nach Livingstone fahren müssen, um das Kitty für den Trip bereit zu haben. Die wollen doch tatsächlich Rand. Naja, wird ja wohl nicht so schwierig sein, Bankomaten gibts auch hier.
Nach einem kurzen Kaffee und nach dem eher mühsamen packen (ich hab mal wieder zu viel Gepäck oder die Tasche ist geschrumpft) gehts dann mit dem Taxi los. In Schritttempo über die holprige und mit vielen Schlaglöchern versehene Strasse. Für zwölf wird wieder die Rückfahrt mit dem Taxifahrer vereinbart. So hab ich Zeit, meine Wasser zu kaufen und rasch Geld zu holen.

Nur das Geld holen gestaltet sich schwieriger als geplant. Bei den verlässlichen Bankomaten zweier Banken ist es nicht möglich mit der Prepaid-MasterCard Geld zu beziehen. Mit der Visa gehts auch nur an einem Automaten, hier gibts aber keine Rand nur diese zambischen Dollar. Nach einer Odysee zwischen den Banken und Bankomaten entschliesse ich mich halt doch, die zambischen Dollars zu beziehen. Schnell umrechnen, und Geld raus lassen und ich bin Millionär. 1'500'000 zambische Dollar für ca. 1500 Rand für ungefähr 211 US Dollar und für fast 200 CHF. Nun gibts über der Strasse ein Wechselbüro, die können das ja wohl in Rand wechseln. Oder eben nicht. Sie haben keine Rand und empfehlen mir zur Post zu gehen. OK - die Post hat auch keine Rand und nur 100 US$. Also wieder zurück zum Wechselbüro und halt in US$ wechseln, die sind beliebter hier als die einheimische Währung und für den Touranbieter wohl auch. Gut, dann wir nun das Bündel Banknoten gegen US$ eingetauscht. Hab das Geld bekommen, obwohl ich den Pass nicht dabei hatte. Dann sehe ich gegenüber eine Bank, die geöffnet hat. Die werden wohl die US$ in Rand wechseln können. Die vielen Wechselbüros am Strassenrand übersehe und überhöre ich gefliessentlich. Aber lästig können die schon sein. Laufen einem doch die ganze Zeit hinterher. Bei der Bank erklärt mir der nette Typ, dass er erst die US$ in Zambische Dollar wechseln muss und dann in Rand. Na toll. Da machst wieder einen tollen Abschreiber. Nun dann, er beginnt zu rechen, mit Taschenrechner und Papier (also ich bin in einer Bank), ich muss mehrmals den Schalter wechseln, mich wieder mal hinsetzen und warten. Zu guter letzt kriege ich dann mein Geld, obwohl ich auch hier keinen Ausweis vorlegen kann.
Jedenfalls kann ich mich sicher fühlen. Auf einem Stuhl in einer Ecke sitzt eine Lady mit Uniform und einem Maschinengewehr auf den Knien. Der Zugang zur Bank ist auch nur über Vereinzelungsschleusen möglich.

Ein Blick auf die Uhr zeigt genau 5 nach 12. Also Zeit, den Taxifahrer zu treffen und zurück zur Lodge zu fahren. Um eins startet die Tour mit einem Info-Meeting.


Tja, nur weiss da niemand etwas von dieser Tour. 'Kann sein, dass sie Verspätung haben' - werde ich vertröstet. Ich esse nun noch kurz ein Sandwich. Gemäss Aussage des Receptionisten der Lodge bin ich der einzige, der sich nach dieser Tour erkundigt hat. Na toll!
Um eins ist niemenad da. Ich starte einen Rundgang durch das Gelände. Schaue mir die Häuser an und den Affen zu, wie sie sich durch die Bäume hangeln und schwingen.
Auch um zwei ist noch niemand da.

Dann endlich taucht der Rezeptionist auf und hat einen Mann im Schlepptau. Wunderbar, scheint ja doch zu klappen. Die Tour hat schon früher gestartet und es sind bereits 15 Teilnehmer dabei. Die besichtigen jetzt die Victoria-Falls. Ich werde hier aufgegabelt und weitere kommen dann noch dazu.
Morgen ist dann ein Tag zur freien Verfügung. Da ich gestern schon bei den Vic-Falls war, ist es heute nicht nötig da hin zu gehen. Für heute abend ist eine Sunrise Rivercrouse geplant. Für den morgigen Tag buche ich mir auch noch zwei Aktivitäten - Elefantenritt und Heliflug über die Vic-Falls. Mal schauen, ob ich tatsächlich was sehe.

Donnerstag, Freitag CapeTown Livingstone

Der Donnerstag morgen beginnt schon früh. Bereits um 5 Uhr bin ich wach und kann nicht mehr einschlafen. Die Nacht war somit recht kurz. Das dürfte ein harter Tag werden. Der letzte Schultag verläuft ohne grössere Probleme. Mittagessen wie üblich Chicken und kein Reis nur Salat. Dafür noch die letzte mitgebrachte Schweizer-Schokolade.
Den Nachmittag verbringen wir im Montebello Design Center, wo verschiedene einheimische Künster ihre Werke schaffen und auch ausstellen. Ein interessanter Ort in einem der ältesten Gemäuer in Cape Town. Ein herrlicher parkähnlicher Platz zum Verweilen, wenn es schönes, warmes Wetter wäre. Nun kalt ist es nicht gerade, regnen tut es auch nicht. Es ist nass, da es am Morgen wie aus Kübeln gegossen hat. Auf den tieferliegenden Plätzen und Fusswegen waren Seen, an den Strassenrändern z.T. Bäche von Wasser. Die Abläufe waren mit dem heruntergefallenen Laub verstopft. Es war das erste Mal, dass ich mit dem Taxi Bus zu Schule fuhr. Aber schneller war ich trotzdem nicht unterwegs, dafür trocken. Der Taxi Bus hielt alle paar Meter und pfiff und hupte für neue Passagiere.

Am Nachmittag treffen wir uns nochmals für ein letztes geselliges Beisammensein. Dieses dehnt sich dann bis nach Mitternacht aus bei einem Nachtessen (zu Hause) und einem südafrikanische Wein (auswärts) mit Joon und meiner Host-Ma. Dann heisst es 'to say Goodbye!' zu Joon und wir fahren zurück. Noch ein kurzer Schwatz und auch der Abschied von meiner Host-Ma. Sie wird am morgen früh noch schlafen, wenn ich abreise.
Für mich heisst es noch, die letzten Sachen packen und das Gepäck bereit stellen. Dann gehts für ca 2 Stunden ins Bett.

Freitag morgen um vier geht dann der erste Alarm los. Also nichts wie raus aus den Federn. Der Taxifahrer kommt pünktlich eigentlich sogar zu früh. Passt, hab meinen Morgen-Tee gerade getrunken.

Die Fahrt zum Flughafen ist kein Problem, sogar das Einchecken funktioniert reibungslos, das Gepäck ist immer noch gleichschwer. Das Splitting der Gepäckstücke ist auch kein Problem. Also gilt es dann am Flughafen Johannesburg den Koffer zu nehmen und dann in der Security für die nächsten 8 Tage zu deponieren. Die Zeit sollte gemäss Taxifahrer ja reichen. Eine Stunde 40 Minuten Aufenthalt, bevor es dann weiter geht. Die BoardingCard zeigt allerdings, dass bereits eine Stunde nach geplanter Ankunft Bording-Time ist. Aber das reicht allemal.

Wir starten schon mal mit 35 Minuten Verspätung. ok, bedeutet dann wohl, dass es etwas schneller gehen muss mit dem Gepäck deponieren. Nur noch knapp 20 Minuten Zeit! Der Flug ist problemlos, ich frage mich nur, warum alle Leute um mich rum schlafen können und ich nicht, die Landung auch. Jetzt muss nur noch der Koffer durch die Schleuse rutschen. Die Menschenmenge rund um das Förderband verringert sich langsam, mein Koffer ist immer noch nicht aufgetaucht. Auch die Zeit rinnt davon. Noch 15 Minuten - der Pilot hat nohc etwas Zeit gut gemacht. Aber wo ist der Koffer. Da rutscht er doch tatsächlich auch noch runter. Jetzt gilt es zu erfahren, wo sich diese Aufbewahrungsstelle für das Gepäck befindet. Nachdem mir der Weg ein Stück weit gezeigt wurde finde ich dann den Ort auch. Es bleiben nur noch wenige Minuten. Formulare ausfüllen macht in solchen Situationen besonders Spass, dann gilt es das Gate zu finden, durch die Pass- und Personenkontrolle und 'meilenweit' laufen. Bin schon zu spät, aber dafür muss ich beim Bording nicht anstehen, jedenfalls der Bus wartet noch. Uf, knapp geschafft. Kaum bin ich drin, es kommen noch zwei weitere, fährt der Bus ab.

In Livingstone werden wir auf das Rollfeld geführt und zur Passkontrolle begleitet. Es ist warm hier. Die Sonne scheint.

Mit dem Taxi zur Lodge, keine Reservation da. Dann die Jacken entledigen und weiter gehts gleich zu den Viktoriafalls.
Für die Besichtigung können Regenmäntel und Gummischuhe gemietet werden. Mein Taxidriver hat's mir empfohlen. Da kriegst du gleich zwei Regenmäntel übergezogen. Nach den ersten Schritten wird es warm darunter. Aber wenn du bei den Fällen stehst, bist du froh darum. Der feine Wasserstaub hängt wie ein Smog über dem Fall. Der ganze Wasserfall ist nicht sichtbar, die sicht ist verdeckt. Es regnet richtig von den Bäumen. Keinen Regenschutz anzuhaben bedeutet jetzt völlig durchnässt zu sein.
Imposant tosen die Fälle in die Tiefe, ein gewaltiges Naturschauspiel von allen Seiten.

Danach gehts dann zurück zur Lodge und das Zelt kann dann doch bezogen werden. Bin mal gespannt, wie es sich auf diesen Betten schlafen lässt, wie warm es hier in der Nacht wird. Gemäss Taxidriver ist es aktuell zu warm für die Jahreszeit, mir kann es recht sein.

Herzliche Gratulation zum Geburtstag, Angeli!

Nach einem Nachtessen, direkt am Fluss und dem Genuss eines einheimischen Biers namens Mosi (also Livingstone ist in Sambia) versuche ich dann zu schlafen. Ob das bei dem Lärm der Grillen und der und dem Rauschen des Wasserfalls überhaupt möglich ist - ich kanns dann morgen sagen. Jedenfalls muss ich mich erst an den miefigen Geschmack in diesen Zelten gewöhnen. Die Ohrstöpsel liegen ebenfalls bereit, falls dann doch das Gezirpe auf die Nerven geht.